Die Wahrheit über Terrorismus

Die Wahrheit über Terrorismus

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    Von Yigal Walt, Ynet, 13.06.12
     
    Seit vielen Jahren kämpft die Welt nun schon mit dem Problem des weltweiten Terrorismus und gibt sich alle Mühe, ihn auszumerzen. Zahlreiche Kommentatoren und Akademiker begründen ihre Karriere auf tiefgreifenden Analysen und pseudo-wissenschaftlichen ökonomischen und politischen Erklärungen für die Wurzeln dieses Phänomens. Die Wahrheit ist zwar weitaus einfacher, die Welt besteht jedoch darauf, an ihrer Blindheit festzuhalten und diese haltlosen Theorien für wahr zu halten.
     
    Eine Denkschule favorisiert dabei die wirtschaftliche Erklärung: Terrorismus ist die Waffe der Armen – sie brauchen nur ein Haus und ein Auto, und schon wird alles gut. Man könnte annehmen, dass die Anschläge vom 11. September, die vor allem von Muslimen aus wohlhabenden Familien ausgeführt wurden, ebenso wie verschiedene Anschläge in Europa, die von einheimischen Muslimen durchgeführt wurden (und beispielsweise nicht von armen Afghanen) diese Theorie ins Wanken bringen, doch dies ist nicht geschehen.
     
    Würden sich die führenden Politiker wirklich für die Wahrheit hinter der wirtschaftlichen Erklärung interessieren, müssten sie nur einen Blick auf jenen Konflikt werfen, in den sie sich sonst so gerne einmischen – den israelisch-arabischen Konflikt. Sie würden dann erkennen, was Dan Shueftan bereits in seinem Buch „Disengagement: Israel and the Palestinian Entity“ gezeigt hat: Die verschiedenen Intifadas und arabischen Aufstände gegen Israel ereignen sich gerade in Zeiten wirtschaftlichen Wachstums, wenn die Kooperation mit dem jüdischen Staat bereits Früchte trägt. Doch dieses Wachstum und der hohe wirtschaftliche Preis, den die Palästinenser in jeder neuen Runde der Kämpfe bezahlen, hat den Terror nicht verhindert.
     
    Eine andere Denkschule sieht eher den politischen Aspekt: Brutale Unterdrückung und der Hunger nach Freiheit bringen Terroristen dazu, in einem „Akt der Verzweiflung“ solche Dinge zu tun, wie sich in Cafés inmitten von Jugendlichen in die Luft zu sprengen oder ausländischen Journalisten die Kehle durchzuschneiden.
     
    Doch dieser Logik zufolge müssten die Juden (die in der Geschichte viel Leid erlitten haben) eine Nation blutdürstiger Terroristen sein und die Tibeter, die bis heute von China unterdrückt werden, ein globales Terrornetzwerk etabliert haben. Doch warum ist das nicht der Fall? Wie konnte es geschehen, dass Tibet anstelle von Selbstmordattentätern den friedliebenden Dalai Lama hervorgebracht hat?
     
    Die einfache und traurige Wahrheit, ist, dass Terrorismus eine „anerzogene Vorliebe“ ist, und die Neigung zum Terror genährt und gepflegt werden muss. Genauso wie viele Familien und Staaten in der Welt ihre Kinder beispielsweise zu Toleranz erziehen, so ziehen es andere vor, ihre Söhne und Töchter dazu zu erziehen, den Weg des Hasses und Terrors zu gehen. Und nach langen Jahren einer solchen „Erziehung“ in Kindergärten, Schulen, im Fernsehen und in Gebetshäusern ist es kein Wunder, dass Teile dieser Gruppe den Pfad des Terrors wählen und diesen Hass zu ihrer Lebensweise erklären.
     
    Die Verbindung zwischen Erziehung und Terrorismus ist eindeutig und auf schockierende Art und Weise in Fotos deutlich geworden, die am Dienstag veröffentlicht wurden. Die Bilder von einer Kindergartenabschlussfeier im Gazastreifen zeigen kleine Kinder in Armeekleidung mit Spielzeuggewehren. Dieselben Kinder sangen anti-israelische Slogans und sprachen von ihrem Wunsch, den jüdischen Staat mit Raketen anzugreifen, sich selbst in Bussen in die Luft zu sprengen und als Märtyrer zu sterben.
     
    Dies ist die ganze Geschichte, und man kann sich nur vorstellen, was passieren würde, wenn Führer auf der ganzen Welt ihre gesamten Anstrengungen in die Beseitigung der wirklichen Wurzeln des Terrors stecken würden. Was würde beispielsweise passieren, wenn die Welt anstatt der Hamas „Hilfsgelder“ auszuzahlen, die in den Händen von Terroristen enden jede Organisation und jede Person mit schweren Sanktionen belegt hätte, die an Terror oder Hetze zum Terror oder Erziehung zum Terror beteiligt ist?
     
    [...]
     
    Könnte es sein, dass ein kompromissloser Krieg gegen die Quellen des Terrorismus, anstelle von Versuchen, mit Terroristen Dialog zu führen, die traurige Realität, der wir heute gegenüberstehen, vollkommen verändern würde? Leider werden wir die Antwort darauf nie erfahren, solange die falsche Politik dies verhindert. Und so werden, Jahr um Jahr, Jahrzehnt um Jahrzehnt, weltweit Unschuldige sterben, ohne dass ein Ende in Sicht ist.
     
    Die auf der Website veröffentlichten Kommentare geben nicht grundsätzlich den Standpunkt der israelischen Regierung wieder, sondern bieten einen Einblick in die politische Diskussion in Israel. 
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