Hamas endgültig besiegen

Die Hamas endgültig besiegen

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    Von Moshe Elad, Haaretz, 15.11.12
     
    Die Operation Wolkensäule wurde mit einer veritablen Täuschung begonnen. Die israelische Regierung erklärte durch Minister Benny Begin das „Ende der aktuellen Runde der Gewalt“. Und die Selbstzufriedenheit der Hamas, die sich hat täuschen lassen, hat die Organisation ohne ihren bewunderten Kommandanten und mit geringeren Kapazitäten für den Abschuss von Langstreckenraketen zurückgelassen, an deren Bau sie so viele Jahre gearbeitet hatte.
     
    Und jetzt? Drei Möglichkeiten hat die israelische Regierung für die Fortsetzung der Operation: Warnung, Abschreckung oder endgültige Entscheidung.
     
    Bis heute hat Israel vorgehabt, im Gazastreifen Abschreckung zu erzeugen, musste sich aber faktisch mit Warnung begnügen. Die Beteiligung der internationalen Gemeinschaft, die Vermittlung durch das Ägypten Mubaraks und die einseitige Behandlung des Themas durch die Europäische Union haben jede reale Möglichkeit der Abschreckung verhindert, was letztendlich sogar zu einer gegenseitigen Abschreckung geführt hat: Die Hamas hat verstanden, dass sie Israel nicht weniger abschrecken kann als Israel sie. Für sie sind unsere Aktionen, einschließlich der gezielten Tötungen, nicht mehr als eine Warnung.
     
    Doch Warnung und Abschreckung kann man gegenüber Abu Mazen (Abbas) im Westjordanland anwenden. Die PLO, die ihre Charta geändert hat, dem Westen gegenüber Verpflichtungen eingegangen ist und nun damit droht, die politische Situation über die UNO zu verändern, die wirtschaftlich und sicherheitspolitisch von Israel abhängig ist – sie kann man abschrecken. Die Hamas kann man nicht abschrecken. Diese radikale religiöse Organisation, die sich auf radikal-fundamentalistische Grundlagen beruft, die die Vernichtung Israels zum obersten Ziel hat – sie kann man nur bezwingen.
     
    Bis heute hat die Hamas verstanden, dass man mit arabischem und internationalem Druck Angriffe stoppen kann. Sie hat den Schluss gezogen, dass Israel niemals ein internationales Fenster der Gelegenheit erhalten wird, sie endgültig zu schlagen. So war es Anfang des neuen Jahrtausends, als jede neue Runde der Gewalt mit einer Hudna (Waffenruhe) endete; und so war es auch nach der Operation Gegossenes Blei, als der Goldstone-Bericht die Cocktailkirsche auf der Sahne der europäischen Selbstgerechtigkeit war, die Israel, das sich vor den Raketen aus dem Gazastreifen schützen wollte, die Hände binden wollte.
     
    Jetzt sehen wir die Kapazitäten der Hamas, Kapazitäten, die aus einer jahrelangen Vernachlässigung erwachsen konnten, und nicht immer waren die israelischen Regierungen daran schuld. In den Straßen Gazas laufen blutdürstige Terroristen herum, sie verstecken sich in Kindergärten und Schulen und diktieren einer Million Einwohner Südisraels ihren Tagesablauf. Was kommt als nächstes? Eine Hochzeit im Luftschutzkeller in Ashdod, oder Bar Mitzva-Feiern im Bunker in Beer Sheva? Solche zerstörerischen Kräfte dürfen nicht an unserer südlichen Grenze zu Hause sein, und die Zeit ist gekommen, dass wir sie ein für alle Mal zum Schweigen bringen.
     
    Wenn Israel im Süden des Landes ein normales Leben ermöglichen möchte, kann es sich nicht mit einem so schwachen Ziel wie der „Verringerung der Angriffe“ zufriedengeben. Von dem Moment an, wo eine weitere Hudna erreicht ist, ist es nur eine Frage der Zeit, bis wieder Raketen auf Ashdod, Ashkelon und Beer Sheva niedergehen. Daher muss Israel der Hamas den Krieg erklären, ihre Führung und ihre Institutionen auslöschen. Israel muss die Hamas endgültig bezwingen.
     
    Wenige Stunden vor Beginn der Militäroperation hat Verteidigungsminister Ehud Barak erklärt, ihr Ziel sei „minimal“, also nur die Verringerung der Angriffe auf die Gemeinden im Süden. Hoffen wir, dass diese Ankündigung nur die Fortsetzung der militärischen Täuschung ist, und wir in Wirklichkeit dabei sind, die Hamas endgültig zu bezwingen.
     
    Der Autor ist Oberst der Reserve bei den Israelischen Verteidigungsstreitkräften und lehrt am akademischen College in West-Galiläa.
     
    Die auf der Website veröffentlichten Kommentare geben nicht grundsätzlich den Standpunkt der israelischen Regierung wieder, sondern bieten einen Einblick in die politische Diskussion in Israel.
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    Israelis run for cover as a siren warns of incoming rockets in Kiryat Malachi, where three were killed Israelis run for cover as a siren warns of incoming rockets in Kiryat Malachi, where three were killed : Reuters
     
     
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